Die Gaben des Avatars: Wahrheit und Gnade

Aktualisiert: vor 3 Tagen

(Aus Ashas Vortrag während des Sonntagsgottesdienstes in Ananda Sangha in Palo Alto, Kalifornien, am 31. Januar 2021).


Englisches Original




Heute geht es um das Mysterium des Avatars, und es zu erklären, übersteigt natürlich bei weitem meine Fähigkeiten.


Die meisten Menschen auf der Welt verstehen die Avatare nicht. Sie haben keinen Respekt für diese Idee, und das sollte nicht überraschen, denn sie stellt die vertraute Welt der physischen Sinne auf den Kopf.


Obwohl Paramhansa Yogananda und Swami Kriyananda auf großartige Weise erklärt haben, was ein Avatar ist, besteht weiterhin das Problem, dass dies mit dem rationalen Verstand nicht wirklich zu begreifen ist.


Im Johannes-Evangelium heißt es: "Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." (Johannes 1,14)


Der Schlüssel zum Verständnis von Avataren ist die Gnade. Denn wir können diese großen Weltenretter erst dadurch wirklich verstehen, dass wir eine innere mystische Offenbarung haben, die das Unbegreifliche für uns real werden lässt.


Und wenn wir die Bedeutung des Avatars verstanden haben, müssen wir uns außerdem klar machen, dass jeder Avatar mit seiner eigenen Truppe kommt.


In einem sehr tiefen und realen Sinn betrachte ich mich als Teil der Truppe, die mit Paramhansa Yogananda gekommen ist. Genauer gesagt bin ich mit Swami Kriyananda gekommen, der sein eigenes Team hat, das ihn begleitet, wann immer er geboren wird, um dem Meister bei seiner Mission zu helfen.


Ich erinnere mich, wie ich im Spaß zu Swamiji gesagt habe: "Wenn du das nächste Mal inkarnierst, werde ich wohl wieder dabei sein- und könnten wir dann vielleicht ein höheres Zeitalter wählen? Müssen wir immer kommen, wenn der Planet in so einer chaotischen Übergangsphase steckt, in der nichts an dieser Welt zu unserer Geisteshaltung passt? Sollen wir nicht einfach auf ein höheres Zeitalter warten?"

Swamis Antwort war interessant. "Erstens", sagte er, "egal wie hoch das Zeitalter ist, es bleibt die materielle Ebene. Es ist keine Gott-Verwirklichung."


Man sagt, die Astralwelt sei ein angenehmer Ort - ich stelle sie mir gerne wie einen Urlaub auf Hawaii vor. Aber wenn man in der Astralwelt geboren wird oder während des höchsten Zeitalters in diese Welt zurückkehrt, ist das Problem, dass der Anreiz, Gott zu finden, kleiner wird, einfach weil die Atmosphäre so schön und komfortabel ist.


Welchen Unterschied macht es also am Ende, wo oder wann wir geboren werden? Wir würden uns vielleicht nicht aussuchen, in ein schwieriges Zeitalter geboren zu werden, aber wenn unser Ziel die Freiheit ist, warum sollten wir uns beschweren?


Swami meinte nur schulterzuckend: "Satya Yuga, Kali Yuga, das ist kein großer Unterschied. Es bleibt die materielle Ebene." Und was wir wollen, ist absolute Freiheit.


Ich lernte spirituelle Dinge zu einer Zeit kennen, als sich die westliche Welt für die östlichen Lehren öffnete und Meisters “Autobiographie eines Yogi” dabei die Vorreiterrolle spielte. Es war 1966, und die Autobiographie hat die Leben von Millionen verändert, denn fast jeder, der außerhalb des traditionellen Mainstreams nach spirituellem Verständnis sucht, stößt auf dieses Buch.


Als ich die Autobiographie in die Hand nahm, war ich Puristin. Eigentlich war ich eine Nervensäge, aber "Puristin" ist ein schöneres Wort. Jedenfalls war ich Puristin gemäß meinem sehr engen Verständnis von Spiritualität, und das beinhaltete viele merkwürdige Dinge, wie zum Beispiel, dass ich jahrelang keinen Zucker mehr gegessen hatte und es mir das Gefühl gab, ich stünde kurz vor der Erleuchtung.


Ich schweife für einen Moment ab. Swamiji hat mir dieses spezielle Missverständnis schon sehr früh ausgetrieben, während meines ersten Sommers in Ananda Village, Nevada City, 1971.


Wir lebten in dieser sehr isolierten ländlichen Gemeinschaft, und wann immer wir in die Stadt fuhren, nutzten wir die unglaublichen Möglichkeiten dort. Ich war kaum 6 Wochen in Ananda, als ich mit Swamiji und vielleicht einem Dutzend Leuten von Ananda das erste Mal in die Stadt fuhr, und ein großer Teil des Rituals bestand darin, dass wir alle unter Swamijis Führung in die Eisdiele der Swensens gingen und Eisbecher aßen. Oder besser gesagt, die anderen aßen Eis, denn ich war Puristin und aß nie Zucker.


Da saßen wir also alle an einem langen Tisch im Swensen's, und Swami saß an einem Ende und ich am anderen, so dass ich alle sehen konnte, ihn eingeschlossen, und alle waren total begeistert von dem Eis. Sie unterhielten sich über die verschiedenen Sorten, und als die Becher kamen, reichten sie sie herum, und die Leute angelten mit langen Löffeln über den Tisch, um zu