Beweis für das Unsichtbare
21.08.2026

Jyotish und ich sind derzeit in der Ananda-Community in den Hügeln oberhalb von Assisi, Italien. Vor einigen Tagen hatten wir hier eine wunderschöne Feier zur Veröffentlichung der italienischen Übersetzungen unserer neuen Bücher Divine Awakening: The Mission of Paramhansa Yogananda and His Disciple, Swami Kriyananda (zu Deutsch: Göttliches Erwachen: Die Mission von Paramhansa Yogananda und seinem Schüler Swami Kriyananda) und The Heart of Service (zu Deutsch: Das Herz des Dienens). Diese Woche haben wir mit den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Swamiji begonnen, zu denen zahlreiche Gäste aus ganz Europa angereist sind.
Die göttliche Freude spürend, die von hier aus so kraftvoll ausstrahlt, musste ich an eine Begebenheit bei unserem Besuch in Ananda Assisi vor dreißig Jahren denken, als dort der neue Tempel des Lichts eingeweiht wurde. (Mit seinem kuppelförmigen, blau gedeckten Dach ist er das Vorbild für unsere Tempel in Ananda Village und Ananda Seattle.)
Zur Einweihung hatten sie eine Reihe von Persönlichkeiten aus der Region und religiösen Führungspersönlichkeiten eingeladen, um ein paar Worte zu sagen. Einer von ihnen war ein Priester, der dabei geholfen hatte, den sogenannten „Untergrund von Assisi“ zu organisieren, der während des faschistischen Regimes in Italien im Zweiten Weltkrieg Juden in Klöstern versteckte. Erwachsene und Kinder erhielten neue Ausweispapiere und wurden schließlich dabei unterstützt, in sichere Länder zu fliehen. Hunderte von Menschen konnten durch die Bemühungen dieses Priesters gerettet werden.
Als er bei der Einweihung sprach, erzählte er eine bemerkenswerte Geschichte. Während der dunklen Tage des Krieges sah dieser Priester nachts oft Lichter in den Hügeln oberhalb von Assisi leuchten. Zunächst dachte er, die Lichter kämen von irgendwelchen Gebäuden, doch dann erkannte er, dass es dort überhaupt keine Gebäude gab. Eines Abends, als er zu diesem Leuchten hinaufschaute, kam ihm plötzlich der Gedanke: „Dies sind die Lichter spiritueller Seelen, die eines Tages dort leben werden.“
Er beendete seine Geschichte mit den Worten: „Ihr alle seid die Seelen, deren Licht ich vor vielen Jahren gesehen habe.“ Gottes Wege sind mit unserem begrenzten menschlichen Blick nicht leicht zu erkennen, doch Seine Kraft ist dennoch gegenwärtig – jenseits unserer Wahrnehmung von Zeit und Raum.

Vor Kurzem hörten wir eine weitere bemerkenswerte Geschichte aus Ananda Assisi. Vor einigen Jahren besuchte eine junge Schülerin Swami Kriyananda hier und bat ihn um einen bestimmten Gefallen. Er antwortete: „Nein, das kann ich nicht für dich tun, aber ich werde dich heilen.“ Verwirrt über seine Antwort dachte sie: „Aber ich bin doch gesund. Ich brauche keine Heilung“, und sie vergaß seine Worte.
Zwanzig Jahre vergingen, und bei ihr wurde Krebs diagnostiziert. Als sie sich auf die Operation vorbereitete, kamen ihr seine längst vergessenen Worte wieder in den Sinn, und sie fühlte sich von einer Aura des Segens und des Friedens umhüllt. Danach sagte der Chirurg ihr, dass er den gesamten Krebs habe entfernen können und keine weitere Behandlung notwendig sei. Sie war vollständig geheilt. Ein weiteres Beispiel für Gottes verborgene Kraft.
Paramhansa Yogananda sagte: „Wenn dein Wille sehr stark ist, berührt er den Vater, und der Vater will, dass dein Wunsch erfüllt wird. Wenn Er will, horcht die ganze Natur auf. Gott antwortet, wenn du mit tiefem Glauben und großer Entschlossenheit zu Ihm betest. … Du verstehst nicht, wie wundervoll diese große Kraft wirkt. Sie wirkt mathematisch. Es gibt dabei kein ‚Wenn‘. Und genau das meint die Bibel mit Glauben: Er ist der Beweis für Dinge, die man nicht sieht.
“Wenn du die Gegenwart Gottes praktizierst, wirst du wissen, dass das, was ich sage, wahr ist. Wende dich Gott zu; bete und rufe immer wieder zu Ihm, bis Er dir das Wirken Seiner Gesetze zeigt und dich führt.”
Es ist unsere Aufgabe, tief zu meditieren und Gott unsere Liebe darzubringen, bis wir Seine Gegenwart spüren. Dann können wir aus dem ruhigen Zentrum des Glaubens in uns Antworten auf unsere Probleme und Lösungen für jede Herausforderung finden, die vor uns liegt. Je mehr wir dies praktizieren, desto mehr können wir Gottes Hand in jedem Aspekt unseres Lebens erfahren.
Wenn wir das Leben von Heiligen betrachten, können wir sehen, dass sie einen Punkt erreicht hatten, an dem ihr Glaube an Gott nicht mehr geprüft oder bewiesen werden musste. Sie erkannten Seine Gegenwart in allen Dingen – im Sichtbaren wie im Unsichtbaren.
Yogananda schloss seinen oben zitierten Vortrag mit den Worten: „Wenn du dich nur an die Wahrheiten erinnern und sie anwenden kannst, die ich dir vermittelt habe, gibt es nichts, was du im Leben nicht erreichen kannst. Und die größte aller Errungenschaften besteht darin, Gott zu finden. Dein unsicherer Glaube an die Möglichkeiten des Spirituellen kann zur Verwirklichung ihrer höchsten Erfüllung werden.“
In Glaube und Liebe,
Nayaswami Devi





Dankeschön. Eine schöne Inspirierende Nachricht.
Mit ewigen Freuden und Dankbarkeit.
Jai Guru