Das Zeitalter der Wunder
- Ananda

- vor 2 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
24.07.2026

Wenn wir glauben, dass wundersame Ereignisse nur in fernen Zeiten und an fernen Orten geschehen sind, irren wir uns. Das Zeitalter der Wunder ist nicht vorbei. Die göttlichen Taten endeten nicht damit, dass Moses das Rote Meer teilte, Christus Wasser in Wein verwandelte oder Babaji einen goldenen Palast materialisierte.Wunder geschehen ständig um uns herum; wir müssen nur unsere Augen öffnen, um Gottes beständige Gegenwart in unserem Leben zu erkennen. Allein in der vergangenen Woche erzählten mir zwei Freunde von außergewöhnlichen Erlebnissen, die sie selbst gemacht hatten.
Die erste Geschichte hörte ich, als ich mit einem jungen Mann zusammensaß, der im Ananda Village lebt. Ein Besucher fragte ihn: „Bist du Swami Kriyananda jemals begegnet?“ Nach einer kurzen Pause – als würde er in Gedanken abwägen, ob er die Geschichte erzählen sollte – begann er:
„Ich hatte eine schwierige Kindheit mit einem alkoholkranken Vater. Schließlich verließ er meine Mutter und mich, und wir mussten allein zurechtkommen. Das waren keine leichten Jahre, und ich wuchs mit viel Wut und Verbitterung ihm gegenüber auf. Zum Glück fand ich Meisters Weg, und obwohl ich als junger Erwachsener noch immer innerlich sehr belastet war, schrieb ich mich am Ananda College ein.
Eines Tages lud Swami Kriyananda die Studenten des Colleges zu einem Satsang in sein Haus ein. Als er dazu einlud Fragen zu stellen, platzte ich mit einer Frage heraus, wie ich meinen Ärger auf meinen Vater überwinden könne. Ich erinnere mich nicht mehr an seine genauen Worte, aber bis heute erinnere ich mich an den Ausdruck in seinen Augen – voller bedingungsloser Liebe und Annahme. In diesem Augenblick wusste ich, dass ich meinen wahren Vater gefunden hatte, und mein Herz wurde von jahrelangem Groll geheilt. Erst später erfuhr ich zu meinem Erstaunen, dass mein Vater genau an diesem Tag aufgehört hatte zu trinken. Im Laufe der Jahre bemühte er sich aufrichtig, seine Fehler wiedergutzumachen, und heute haben wir ein gutes Verhältnis zueinander.“
Die zweite Geschichte spielte sich in Lourdes, Frankreich, ab, welches eine Freundin von mir vor einigen Jahren besuchte. Dort war es, wo die Madonna einem vierzehnjährigen Mädchen erschien, das später als die heilige Bernadette heiliggesprochen wurde. Die Göttliche Mutter, in Gestalt der Madonna, forderte Bernadette auf, aus einer Quelle in der Grotte, in der sie erschienen war, zu trinken und darin zu baden. Da Bernadette keine Quelle sehen konnte, grub sie an der Stelle, auf die die Mutter zeigte, und Wasser begann aus dem Boden zu sickern. Schon bald entstand daraus eine Quelle, die bis heute fließt. Millionen von Pilgern besuchen diese Grotte jedes Jahr, und unzählige Heilungen sind dort durch ihr heiliges Wasser geschehen.
Als meine Freundin nach Lourdes reiste, hoffte sie sehr auf ein eigenes Wunder, doch zu ihrer Enttäuschung geschah nichts. Sie wartete, meditierte und rief aus tiefstem Herzen zur Göttlichen Mutter – doch weiterhin geschah nichts. Niedergeschlagen und unsicher, was sie noch tun könnte, nahm sie schließlich das Telefonverzeichnis von Ananda Village aus ihrem Rucksack und begann, für jeden einzelnen Bewohner zu beten. „Sobald ich anfing, für andere zu beten“, erzählte sie mir, „spürte ich, wie mich Gottes Frieden auf eine Weise umfing, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Während ich weiterbetete, wurde die göttliche Gegenwart immer tiefer und weiter. Es war eine der tiefsten spirituellen Erfahrungen meines Lebens.“

Diese beiden Geschichten – die erste über göttliches Eingreifen, die zweite darüber, wie wir göttlichen Segen erlangen – weckten in mir Erinnerungen an andere Wunder göttlichen Schutzes, die sich im Laufe der Jahre in Ananda ereignet hatten. Da ist zum Beispiel die Geschichte des ausgegangenen Automotors, der plötzlich Feuer fing und das Gesicht von Seva, einer der beliebtesten Mitglieder Anandas, schwer verbrannte. Obwohl ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verbrannt war, verspürte sie keinerlei Schmerzen und heilte ohne jede Narbe.
Ein anderes Mal fuhr eines unserer Mitglieder mit einem Pickup nach Nevada City, auf der schmalen, kurvenreichen Straße durch die Schlucht des Yuba River. Plötzlich versagten die Bremsen des Fahrzeugs. Er musste sich entscheiden, entweder den steilen Abhang hinunterzufahren oder in den Gegenverkehr auszuweichen, und entschied sich für den Abhang. Als der Wagen immer schneller bergab raste, wurde er auf unerklärliche Weise von einem kleinen Busch aufgehalten – gerade lange genug, damit er herausspringen konnte, bevor der Pickup weiter in die Tiefe stürzte und unten zerschellte.
Dies sind nur einige von vielen Geschichten, die ich erzählen könnte. Doch sie alle weisen auf dieselbe Wahrheit hin: Wunder geschehen ständig um uns herum. Auch in meinem eigenen Leben sind mehrere passiert, und ich lade dich ein, an Wunder zu denken, die du selbst erlebt hast.
Das größte Wunder hinter all diesen Geschichten ist Gottes unendliche Liebe zu uns, seinen Kindern – eine Liebe, die Zeit und Raum übersteigt. Paramhansa Yogananda bringt dies in einem Gebetsaufruf aus Flüstern aus der Ewigkeit so eindrucksvoll zum Ausdruck:
„Göttliche Mutter, die Tapferen mögen lachen, wenn sie durch einen Kugelhagel gehen, obwohl jede Kugel den Tod bringen kann. Ich aber lache, weil ich – ob ich nun auf der Oberfläche dieses gegenwärtigen Lebens treibe oder in den Wellen des Todes versinke – für immer in Deinem schützenden, allgegenwärtigen, ewigen Leben ruhe und auf ewig sicher in Deinen unsterblichen Armen gehalten werde.“
Mit Freude und Dankbarkeit,
Nayaswami Devi




Kommentare