Göttliche Mutter, göttliche Kraft
- Ananda

- vor 1 Tag
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30.07.2026

In der Autobiographie eines Yogi gibt es eine lehrreiche Geschichte. Ramu, der von Geburt an blind war, wurde von seinen Mitschülern dazu gedrängt, seinen Guru, Lahiri Mahasaya, zu bitten, ihn zu heilen.
„Meister, der Erleuchter des Kosmos ist in Euch. Ich bitte Euch, Sein Licht in meine Augen zu bringen, damit ich den geringeren Glanz der Sonne wahrnehmen kann.“
„Ramu, da will mich jemand in eine missliche Lage bringen. Ich besitze keine Heilkräfte.“

„Sir, der Unendliche in Euch kann gewiss heilen.“
„Das ist allerdings etwas anderes, Ramu. Gott kennt keine Grenzen! Er, der die Sterne und jede Zelle unseres Körpers mit geheimnisvollem Lebensglanz erstrahlen lässt, kann zweifellos auch deinen Augen das Sehvermögen schenken.“
Eine Woche später, nachdem er Lahiris Anweisungen gewissenhaft befolgt hatte, sah Ramu zum ersten Mal das Licht der Morgendämmerung.

An anderer Stelle in der „Autobiographie eines Yogis“ schreibt der Meister über seinen lieben Freund Luther Burbank.
Burbanks inniges Verhältnis zur Natur, die ihm viele sorgsam gehüteten Geheimnisse offenbarte, hatte in ihm eine grenzenlose Ehrfurcht vor geistigen Dingen wachgerufen.
„Manchmal fühle ich mich dem Unendlichen sehr nahe“, gestand er mir und ein versonnenes Lächeln erhellte die sensiblen Züge seines Antlitzes. „In solchen Momenten kann ich nicht nur meine kränkelnden Pflanzen, sondern auch Menschen heilen.“
Diese Geschichten veranschaulichen einen sehr wichtigen Grundsatz: In dem Maße, in dem wir erkennen, dass Gott der Handelnde ist, wird uns die Fähigkeit verliehen, Kanäle Seiner Kraft zu sein. Dann sind wir nur noch einen Schritt von der Definition des Meisters für unser letztendliches Ziel entfernt:
„Selbstverwirklichung ist das Wissen in allen Bereichen von Körper, Geist und Seele, dass du das Reich Gottes bereits besitzt; dass du nicht darum beten musst, dass es zu dir kommen möge; dass Gottes Allgegenwart deine Allgegenwart ist; und dass du nichts weiter tun musst, als dein Wissen zu vertiefen.“
Ob in der Meditation oder in Aktivitäten – wir sollten nicht so sehr darum beten, dass die Göttliche Mutter zu uns kommt, sondern vielmehr erkennen, dass sie bereits gegenwärtig ist und uns hilft, unsere Ziele zu verwirklichen. Der Meister ist sehr ermutigend was unsere Reise angeht. Er sagt: „Es gibt viele Wege im Leben, auf denen wir uns Gott nähern können. Tatsächlich führen uns alle konstruktiven Bestrebungen, die wir verfolgen – jede Tätigkeit, die wir mit dem Wunsch ausüben, uns selbst oder anderen Gutes zu tun –, letztendlich von den Begrenzungen des kleinen Selbst, des Ego, hin zur Verwirklichung unseres göttlichen Selbst, das eins ist mit Gott.“
Als einmal ein Swami aus Indien das Ananda Village besuchte, blickte er voller Staunen auf das, was er dort sah. Mit Bezug auf Swami Kriyananda sagte er bewundernd:
„Wie konnte ein einziger Mensch all das vollbringen? Ach, ich verstehe – er hat es nicht getan; Gott hat es durch ihn getan.“
Für uns lautet die entscheidende Frage: Wie können wir unser Bewusstsein für die beständige Gegenwart der Göttlichen Mutter in unserem Leben schärfen?
Der wichtigste Weg besteht darin, immer wieder zu affirmieren, dass Gott durch uns wirkt. Er ist der Verfasser dieses Blogs, und Er ist der Leser. Er ist der Bildschirm, den wir betrachten, und die Augen, mit denen wir sehen. Je mehr wir dies tun, desto stärker erkennen wir Seine Gegenwart.

Hier sind drei weitere Schlüssel:
Selbstdisziplin. Geist und Willenskraft gleichen oft untrainierten Hunden – der eine rennt unaufhörlich bellend umher, der andere schläft vielleicht träge in der Ecke. Wir müssen beide mit fester Hand disziplinieren, bis sie lernen, unserem Willen zu gehorchen, damit der Geist beständig auf Gott ausgerichtet bleiben kann.
Aufmerksamkeit. Trainiere den Geist, sich ganz auf das zu konzentrieren, was du gerade tust. Tiefe Aufmerksamkeit verbessert alles, sei es Meditation oder Tätigkeit. Lassen wir den Geist abschweifen, sammeln wir nur wenig vom Honig der Gegenwart Gottes.
Freude. Bemühe dich fortwährend, glücklich zu sein, ohne dafür einen Grund zu brauchen. Wenn wir darauf warten, dass äußere Umstände uns glücklich machen, verlieren wir die Fähigkeit, in einer Blase aus Gottes Freude zu leben.
Gott hat uns den freien Willen gegeben. Können wir uns als Kanäle der Kraft der Göttlichen Mutter begreifen und uns immer weiter ins Unendliche ausdehnen? Oder glauben wir irrtümlicherweise, wir selbst seien die Handelnden, und schneiden uns dadurch selbst vom göttlichen Strom ab? Die Entscheidung, Freunde, liegt ganz bei uns.
In Freude,
Nayaswami Jyotish




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