Die Herausforderung erkennen
- Ananda

- 23. Juni
- 3 Min. Lesezeit
13. März 2026

Hattest du je das nagende Gefühl, dass du etwas in dir selbst ändern musst, aber du
weißt gar nicht genau, was es ist? Der erste Schritt, eine Herausforderung zu
überwinden, ist, sie an die Oberfläche deines Bewusstseins zu bringen und sie klar
zu identifizieren. Wenn wir dies nicht freiwillig tun, wird das Leben einen Weg finden,
uns zu zwingen, uns unseren Problemen zu stellen.
Swami Kriyananda sagte: „Wir sollten uns freuen, wenn wir einen Fehler in uns selbst
erkennen. Er ist immer dagewesen. Nun, da er an die Oberfläche gekommen ist,
können wir beginnen, daran zu arbeiten, ihn zu überwinden.“
Letzte Woche hatten wir eine interessante Unterhaltung mit unserem Sohn. Er sagte:
„Ich habe das letzte Jahr damit verbracht, an meiner Schattenseite zu arbeiten.“ Er
erklärte weiter, dass er versucht habe, die Bereiche in sich selbst zu finden, an
denen er noch arbeiten muss. Aber er fügte weise hinzu: „Zuerst muss ich
akzeptieren, dass ich eine Schattenseite habe.“ Er verstand das wahre Wesen der
Selbsterkenntnis.
Es ist wichtig, eine bestimmte unpersönliche Distanz in diesem Prozess zu
bewahren. Während es gut ist, ein Problem zu klären, sollten wir vorsichtig sein, es
nicht zu einem Teil unserer Selbstidentifikation werden zu lassen. Es ist einfach eine
Gewohnheit, die wir entwickelt haben – eine, die nun aufgegeben werden muss.
Eine Freundin erzählte uns, dass Swami Kriyananda ihr geholfen hat, genau dies zu
tun. Sie erwähnte, dass es sie störte, dass sie in Gesellschaft Alkohol trank – und es
auch noch genoss! Swami Kriyananda antwortete: „Zunächst musst du akzeptieren,
dass es tamasisch ist, zu trinken, und dein Bewusstsein nach unten zieht. Aber es ist
nur eine Angewohnheit, also identifiziere dich selbst nicht als Trinkerin.“ Nach diesem
Gespräch wollte und trank sie nie wieder einen weiteren Schluck.
Wie setzt du diese Prinzipien auf eine Weise in die Praxis um, die dein Leben wirklich
verbessern wird? Akzeptiere zuallererst, dass es Dinge in dir gibt, die geändert
werden sollten, und versuche dann, sie zu identifizieren. Es ist gar nicht so schwer.
Werde einfach ruhig und beobachte, welche Verhaltensweisen dein Wohlbefinden
stören. Häufig ist es ein wiederkehrendes Muster negativer Reaktionen auf eine
Person oder auf eine Situation. Wähle dann eine Gewohnheit, die du ändern
möchtest, und beginne daran zu arbeiten, sie aufzugeben.
Sei wachsam, damit du sie ertappst, wann immer sie an die Oberfläche kommt.
Bewusstheit ist der erste Schritt, etwas zu überwinden. Dann wende die spirituellen
Hilfsmittel an, die uns gegeben wurden: Meditation, Affirmation und Nicht-Anhaften.
Übergib es Gott und Guru und frage sie um Hilfe.
Der gleiche Prozess findet auf einer innerlichen Ebene statt, wenn wir meditieren. Wir
werden bestimmte wiederkehrende Muster entdecken, die den Geist rastlos halten.
Häufig sind sie selbst nicht negativ – sie gehören nur einfach nicht in die Meditation.
Ich persönlich stelle fest, dass meine Konzentration häufig dazu abschweift, über ein Projekt nachzudenken. Genau heute Morgen drängte sich das Bedürfnis, diesen
Blog zu schreiben, immer wieder auf.

Wie gehen wir damit um? In dem Moment, in dem wir uns bewusst werden, dass
unser Geist gewandert ist, bringe ihn sanft, aber unverzüglich zu einem inneren
Fokus zurück. Wenn wir dies wiederholt tun, wird der Verstand beginnen, sich nach
innen zu richten. Konzentriere dich auf den Atem und auf das spirituelle Auge.
Meister sagte, es sei wie eine schlammige Pfütze, die aufgewühlt wurde – gib ihr
eine Weile, und der Schmutz wird beginnen, sich wieder am Boden abzusetzen.
Um von mir persönlich zu sprechen: Je reifer ich geworden bin, umso unkomplizierter
ist der spirituelle Weg geworden. Meine wichtigste Praxis ist es nun, einfach meine
Einstimmung auf Meister zu vertiefen, seiner Führung zu folgen und aufrichtig zu
bitten, dass er die Verantwortung für mein Leben übernimmt und meinen Willen mit
seinem auf Gott eingestimmten Willen in Einklang bringt.
Über viele Jahre hinweg war dieser Satz der Gita nur ein inspirierender Gedanke für
mich. Jetzt spüre ich, dass hier Gott und der Meister direkt zu mir sprechen, und sie
sind das Herz und die Seele meiner spirituellen Praxis geworden.
„Erneut, höre Mein höchstes Wort, das geheimste (und heiligste) von allen. Weil du
Mir innig geliebt bist, gebe ich es dir nun zu deinem größten Nutzen. Gehe ganz in
Mir auf, sei Mir völlig hingegeben, verehre nur Mich und verneige dich nur vor Mir: So
wirst du zweifellos zu Mir gelangen. Dies ist Mein festes Versprechen an dich, denn
du bist Mir teuer.“
In Freude,
Nayaswami Jyotish




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